Die richtige Technik 

Die richtige Technik beim Schneeschuhlaufen ist auch als Anfänger schnell gelernt. Die Herausforderung dieser Winteraktivität liegt vor allem im Einschätzungsvermögen der eigenen Leistungsfähigkeit und  Beurteilung der Wetterbedingungen. Mit der richtigen Gehtechnik kann jedoch wichtige Energie und Zeit gespart werden, die im Notfall zur Verfügung steht. Eine Auswahl der wichtigsten Techniken beim Schneeschuhwandern werden in folgender Übersicht beschrieben. 
 

Parallel-Step

Diagonalschritt

Das normale Gehen mit den Schneeschuhen gleicht dem Nordic Walking. Je nach Schneeschuhmodell und Technik darf eine etwas engere oder breitere Gangart gewählt werden.  Beim Laufen soll der Fuss nur soweit angehoben werden, damit der Schneeschuh wie ein Schlitten knapp über den Neuschnee gleitet. Anfänger heben die Füsse oft zu hoch an und verbrauchen somit zusätzliche Energie.
 

Stocktechnik

Die Stockspitzen sollen beim Schneeschuhwandern leicht hinter dem Körper oder auf gleicher Höhe eingesteckt werden. Skistock und Fuss bewegen sich diagonal zueinander, so dass bei rechtem Fuss vorne der linke Stockeinsatz erfolgt und umgekehrt. Durch eine aktive Abstosstechnik mit den Armen wird die Fortbewegung zusätzlich unterstützt und die Muskeln des Oberkörpers  mittrainiert.

Die Routenwahl wird im flachen oder mittelsteilen Gelände bis 25 Grad  so gewählt, dass der Aufstieg in Serpentinen (Zickzack) und bei zunehmender Steilheit in kürzeren  Schritten erfolgt. Mit Hilfe der Steighilfe wird bis zu 30% Energie eingespart und die Wadenmuskulatur massgeblich entspannt. Das Lauftempo soll im aeroben Bereich (Fettverbrennung) liegen. Das bedeutet, dass die Schrittfolge so gewählt werden soll, dass ein unangestrengtes Gespräch mit seinen Wanderfreunden immer noch möglich ist.
 

Aufstiegstechnik

Front-StepFront-Step

Im alpinen Gelände und vereistem Schnee werden die Frontzacken in den Harsch frontal eingeschlagen. Wie auf einer Treppe und in kleinen Schritten wird der Schräge in der Falllinie erklommen.  Die Stöcke begleiten die Schritte aktiv und dienen als Stütz-und Steighilfe. In sehr steilem Gelände wird mit einer Dreipunkte-Auflage jeweils nur ein Körperteil, Fuss oder Stock mit Arm, in wiederkehrender Reihenfolge bewegt und somit sicheren Halt gewährt.
 

Duck Step

Duck-Step

Bei Neuschnee oder weichem Schnee bietet der Front-Step zu wenig Halt. Der Duck-Step erhöht die Auflagefläche und damit den Auftrieb. Durch eine V-Stellung der Füsse und Ausrichtung des Oberkörpers gegen den Hang wird ähnlich wie mit Skiern die Anhöhe bestiegen. Die Stöcke werden seitlich hinter den Schuhen platziert  und der Körperschwerpunkt zentriert über den Vorderfuss gebracht.
 

Line StepLine-Step

Bei Hangquerungen in steilem Gelände, fällt es schwer mit den Schneeschuhen in parallelen Schritten gehen zu können, da durch die Hangneigung ein Bein angezogen und  das andere stark gestreckt werden müsste. In diesem Fall wird auf einer imaginären Linie ein Fuss nach dem anderen platziert, um mit den Beinen auf gleicher Höhe zu bleiben. Die Stöcke werden zur Balance und Gleichgewichtsstütze verwendet.  Ist die Schneeoberfläche vereist wird der Schneeschuh flach in Laufrichtung fest auf den Schnee gestampft, so dass die Harschkrallen gut greifen und ebenfalls ein Schritt vor den anderen gesetzt.
 

Abstiegstechnik

Glide-Step

Das Absteigen mit Schneeschuhen macht grossen Spass und erfolgt im Tiefschnee in der Falllinie. Dabei werden die Schneeschuhe abwechslungsweise wie kleine Schlitten eingesetzt.  Durch eine leichte Rückenlage, greifen die Frontzacken spät und der Schneeschuh gleitet kurze Zeit auf dem Schnee. Sobald die Krallen der Schneeschuhe greifen, wird der zweite Fuss nach vorne gebracht und als Gleithilfe genutzt. Im Bewegungsablauf ähnelt der Schritt kurzen Langlaufbewegungen. Durch diese Gehtechnik kann mit wenig Kraftaufwand einfach abgestiegen werden.
 

Abstieg mit harter Unterlage

Besteht die Unterlage aus hartem Schnee oder Eis, werden die Schuhe mit festem Tritt flach aufgesetzt, so dass die Harscheisen richtig greifen.  Besonders die Fussspitze soll fest nach vorne gedrückt werden, damit die Frontkrallen ein Rutschen verhindern. Ist das Gelände sehr steil, müssen die Schneeschuhe abgeschnallt und Steigeisen montiert werden. Beim Abstieg werden die Teleskopstöcke so verlängert, dass die Stockspitzen jeweils vor dem Körper im Schnee eingesetzt werden können.

 

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