Die richtige Ausrüstung

Für die sichere Durchführung einer Schneeschuhwanderung ist eine funktionstüchtige, hochwertige und einwandfreie Schneeschuh-Ausrüstung Grundvoraussetzung. Informiere dich bei deinem Detailhändler, Sportfachgeschäft oder bei einem Einführungskurs für Schneeschuhwanderungen über die verschiedenen Schneeschuhmodelle und deren Einsatzgebiete. Schlechtes Material, eine gebrochene Bindung,, fehlende Harschkrallen oder zu kurze Schuhe können dich  in grosse Schwierigkeiten bringen. Es lohnt sich deshalb ausführlich vor dem Kauf deiner Schneeschuhe über die verschiedenen Schneeschuhtypen zu informieren.

Lawineneverschüttetensuchgerät

Begeht eine Schneeschuhwandergruppe lawinengefährdetes Gelände, muss zwingend jeder Teilnehmer ein Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), eine Lawinenschaufel und Lawinensonde auf sich tragen und den sicheren Umgang beherrschen. Im Notfall entscheiden Sekunden bei der Suche über die Überlebenschancen eines Verschütteten Schneeschuhwanderers.


Welche Materialunterschiede gibt es bei Schneeschuhen?

Im Fachhandel und im Internet werden zahlreiche Schneeschuhmodelle angeboten. Von Beginn weg haben sich jedoch drei grosse Marken etabliert: Tubbs, MSR, TSL.

Ursprünglich werden folgende Modelle und Kategorien unterschieden:

  • Originals (Beaver Tails): Das Schneeschuh-Original dient heutzutage eher als Ausstellungsstück und besteht oft aus gebogenem Eschenholz, welches mit einem Geflecht aus Leder bespannt ist und sich mit Riemen am Schuh befestigen lässt.  Diese ursprünglichen Schneeschuhe wurden von Indianern in nördlichen Ländern für die Jagd getragen und erst viel später von Kolonialisten übernommen.

  • Classics: Sind eine Weiterentwicklung des anfänglichen Schneeschuhs und bestehen aus einem Kunststoff bespannten Alurahmen.  Diese eher leichten Schuhe eignen sich für flaches Gelände und geben durch ihre grosse Auflagefläche guten Auftrieb. Beim Bergabgehen bieten die Schuhe wegen fehlenden oder kleinen Harschkrallen nur wenig halt und sind deshalb für steiles Gelände weniger geeignet.

  • Moderns: Bestehen aus stabilem, kältefestem Kunststoff und sind je nach Einsatzgebiet mit kleinen oder grossen Harschkrallen oder Spikes für den Halt in Firn und Eis ausgestattet. Dabei sind die eher leichteren Schneeschuhe von TSL für das mittelalpine Gelände und die robusteren und schwereren Schneeschuhe von MSR für das alpine Gelände geeignet

Bei der neusten Schneeschuh-Generation von MSR wurden die Vorteile des leichten Classic Schneeschuhs mit der Rahmenstabilität und dem Halt von Moderns kombiniert. Dabei wurde das ursprüngliche Aluminiumrohr durch einen massiven Flachrahmen mit eingearbeiteten Harschkrallen ersetzt und mit hochwertigem und äusserst robustem Kunststoff bespannt.

"Grundlegend lohnt es sich vorher die Schneeschuhe in einem Einführungskurs zu testen oder sich von einem Spezialisten in einem Fachgeschäft erklären zu lassen."


Was muss ich beim Kauf der Schneeschuh-Ausrüstung beachten?

  • Einsatzgebiet: Möchte ich die Schneeschuhe in flachem, nur leicht hügeligen Gelände zum Genusswandern einsetzten. Bewege ich mich hauptsächlich auf vorgespurten Schneeschuhtrails für leichte Wanderungen oder möchte ich mit ihnen zur Gipfelbesteigung auf Touren im alpinen Gelände gehen.
     
  • Größe: Die Größe der Schneeschuhe richtet sich nach dem Gesamtgewicht der zu tragenden Last. Einberechnet werden müssen: Körpergewicht, Rucksack und Winterkleidung. Ebenfalls ausschlaggebend für den Kauf ist der Verwendungszweck und die Schrittlänge.
     
  • Gewicht: Je leichter ein Schneeschuh ist, desto geringer ist der Energieaufwand für die Fortbewegung. Leichte Schneeschuhe verwenden hochwertiges aber teures Material oder machen Einsparungen bei der Stabilität.
     
  • Bindung: Grundsätzlich werden drei Bindungstypen unterschieden: Schlupfbindung, Riemenbindung und Ratschenbindungen und müssen auf den verwendeten Winterschuh abgestimmt sein. So lassen sich mit Riemenbinungen von MSR auch breite Schuhe wie Snowboardschuhe befestigen, wobei sich die Ratschenbindung von TSL für eher leichtere Trekking oder Wanderschuhe eignen, da sie durch die Platte Stabilität auf den Schuh übertragen. Schlupfbindungen eignen sich für den schnellen Einstig, können aber bei weichen Schuhen auf die Zehen drücken. Wir empfehlen deshalb vor dem Kauf die verschiedenen Modelle auszuprobieren. 
     
  • Harscheisen: Geben halt auf hartem und gepresstem Schnee oder Eis und müssen vor allem in alpinem Gelände ausgeprägt sein, da sie beim Aufstieg und Querungen das Rutschen verhindern. Dabei müssen die Harschkrallen an den Fussspitzen besonders robust und gut verankert sein, damit ich beim Aufstieg die Krallen in das Eis schlagen kann. 
     
  • Steighilfe: Durch eine gute Steighilfe wird die Dehnung der Wadenmuskulatur gehemmt, zudem wird im Aufstieg bis zu 30% weniger Energie verbraucht. Je nach Modell lässt sich dieses mehr oder weniger gut mit dem Stock hoch oder runterklappen.
     
  • Verankerung & Drehpunkt: Um eine natürliche Fortbewegung zu gewährleisten sollte die Bindung beweglich und möglichst über dem Fussballen mit Schneeschuh verankert sein. Billigmodelle können hier brechen und verhindern so ein Weiterkommen im Schnee, was gefährlich enden kann.
     
  • Schuhe: Für das Schneeschuhlaufen werden keine speziellen Schuhe benötigt. Feste, gut imprägnierte, atmungsaktive und mit steifer Profilsohle versehene Wanderschuhe, die über den Knöchel reichen, genügen. Optimal sind wasser- und schneedichte Winterstiefel oder Bergschuhe, die auch gut gegen Kälte isolieren.
     
  • Gamaschen bis zu den Knien verhindern das Eindringen von Neuschnee in den Schuh und behalten die Füsse trocken.
     
  • Kleidung: Um die Temperatur regeln zu können empfiehlt es sich die Winterkleidung in Schichten zu tragen: Funktionswäsche ohne Baumwolle, darunter eine Fliesjacke und/oder Soft Schell Jacke, darüber eine winterfeste Ski-Jacke als Schutz vor Schnee und Kälte.
     
  • Der Rucksack sollte Befestigungsmöglichkeiten für Schneeschuhe und Stöcke bieten, damit diese besser in der Luftseilbahn transportiert werden können. Dabei gilt, dass ein Rucksack so klein wie möglich und so gross wie nötig sein soll, um Gewicht zu sparen. Für Tagestouren reichen 30 Liter Fassungsvermögen, wobei für mehrtägige Touren 40 bis 50 Liter genügen.
     
  • Das gehen mit Stöcken wirkt unterstützend und spart Energie. Wichtig sind grosse Schneeteller, damit der Stock nicht zu tief einsinkt. Wir empfehlen Stöcke von Leki, Komperdell oder Black Diamond mit Aussenklemmung. Teleskopstöcke mit Drehverschluss lösen sich bei Kälte eher als die Stöcke mit Klemme. Zudem lassen sich diese besser mit den Handschuhen verstellen. 

 

Weiterführende Informationen zum Schneeschuhwandern